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Wo Kinder mit den Händen sprechen
Mädchen und Jungen lernen in der Kita „Regenbogen“ in Rostock-Schmarl spielerisch die GebärdenspracheSeit 2007 gibt es in der evangelischen
integrativen Kita „Regenbogen“
in Rostock-Schmarl ein in MV
einzigartiges Projekt zur Integration
von gehörlosen Kindern. Die
Mädchen und Jungen der dortigen
Kita-Gruppe „Sonnenkinder“ lernen
die Gebärdensprache und können
sich so mit den zwei gehörlosen
Kindern der Gruppe verständigen.
Selma (2) und Alina (5) sind gehörlos
und besuchen daher die
evangelische integrative Kita
„Regenbogen“ der Rostocker Stadtmission.
Gemeinsam mit weiteren 13
nicht gehörlosen Mädchen und Jungen
bilden sie die altersgemischte
„Sonnenkinder“-Gruppe, in der der
Tagesablauf bilingual gestaltet wird.
Denn zur Verständigung untereinander
lernen die Kinder neben der Lautauch
die Gebärdensprache und nutzen
diese im täglichen Umgang mit Selma
und Alina. „Aufgrund der fehlenden
Möglichkeit, sich und ihre Gedanken,
Wünsche oder Gefühle mitzuteilen,
reagierte gerade die ältere Alina früher
oftmals wütend und gereizt“, erzählt
Sonja Wildner. „Durch das Projekt
können die beiden Mädchen nun
aktiver am Leben teilnehmen und erleben
gleichwohl Zugehörigkeit im
Alltag“, so die Kita-Leiterin weiter.
Aber auch die anderen Kinder profitieren
von dem Projekt, wie Sonja
Wildner berichtet: „Wir erleben es
oftmals, dass die Kinder sich Begriffe
über die Gebärde herleiten. So wird
auch der Wortschatz trainiert und
letztlich die Sprachfähigkeit weiterentwickelt.“
Zur Durchführung des Gebärden-
Projektes sind mehrere Personen mit
den jeweiligen Kompetenzen eingebunden.
Neben der Gruppenerzieherin
Andrea Lonke und Kerstin Haase,
Erzieherin mit heilpädagogischer
Zusatzausbildung, werden die „Sonnenkinder“
zusätzlich durch Gebärdendolmetscherin
Antje Hebst betreut.
„Somit kann die heilpädagogische
Förderung durch die Dolmetscherin
in die Gebärdensprache
übersetzt werden. Dadurch ist eine
intensivere Förderung möglich“, erklärt
Kerstin Haase.
Die Sprache nutzen die Mädchen
und Jungen aber nicht nur innerhalb
ihrer Gruppe und der Kita. „Einige
der Kinder verständigen sich auch zu
Hause durch die zur Lautsprache gehörigen
Gebärden“, freut sich Haase.
Das in MV einzigartige Projekt der
Rostocker Stadtmission kann für gehörlose
Kinder und deren Familien
eine große Unterstützung und Bereicherung
sein. Die wohnortnahe Betreuung
ermöglicht den Familien zudem,
auch außerhalb der Kita soziale
Kontakte mit Hörenden zu knüpfen.
Generell ist die Aufnahme von weiteren
gehörlosen Mädchen und Jungen
in der evangelischen integrativen
Kita „Regenbogen“ möglich.
Info: 0381 120 13 67.
Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung
16.Juli.2009
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