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Die Themen des ABC-Journals 2018

Die Hörzeitschriften des KOM-IN-Netzwerkes sind zum großen Teil akustische Versionen der Originalausgaben für sehende Menschen. Das ABC-Journal ist eine Ausnahme. Es wird zwar aus Artikeln verschiedenster Zeitschriften zusammengestellt, aber es werden eigene Schwerpunkte gesetzt. Zum Ende des Jahres ist es interessant zu erinnern, welche Themen wichtig waren.

Die Aufarbeitung der Vergangenheit von Kirche und Christen in der DDR war z.B. eines der Themen. Die Mitteldeutsche Kirche veröffentlichte dazu ein Bußwort. Aber noch ist diese Aufarbeitung nicht abgeschlossen oder anders ausgedrückt, sie hat noch gar nicht richtig begonnen. Nach massiver Kritik an dem Versuch der SPD Staatssekretärin Babette Winter, Christen in der ehemaligen DDR nicht als besondere Opfergruppe anzuerkennen, stellte die Thüringische Landesregierung dann doch eine Förderung in Aussicht. Aber der Antrag zur Forschung an "Bildungswegen von Christinnen und Christen in der DDR nach dem Mauerbau - Staatliche Repressionen und biografische Folgen" wurde vorerst abgelehnt. Die "mitteldeutschen" Bischöfe der evangelischen wie der katholischen Kirche protestierten ungewöhnlich scharf. Die Katholische Nachrichtenagentur vermutet gar den Einfluss von Kräften, die verhindern wollen, dass bei der Aufarbeitung den Christen eine "Sonderrolle" unter den SED-Opfern zuerkannt wird.

Die Hörer des ABC-Journals kommen aus vielen christlichen Kirchen und Denominationen. So verwundert es nicht, dass die Ökumene immer wieder thematisiert wird, zum Beispiel zum gemeinsamen Abendmahl von Katholiken und Protestanten. Im vergangenen Jahr kam wieder Bewegung in die Sache, aber es gibt dazu auch kritische Stimmen. Ebenso kontrovers wurde der Vorschlag von Papst Franziskus diskutiert, die Übersetzung des Abschnittes zur Versuchung im Vaterunser zu überarbeiten.

Ein weiteres Thema waren die unterschiedlichen Aspekte der Digitalisierung. Wenn wir in die sozialen Netzwerke schauen, dann erschrickt man manchmal darüber, wie sich Christen zu Wort melden. Einige solcher sogenannten Posts wurden im Jahr 2017 untersucht und die Auswertung 2018 veröffentlicht. Der evangelische Pressedienst titelte "Endzeitszenarien prägen Hetze im Namen des christlichen Glaubens". Auf der Herbstsynode der Evangelischen Kirche wurde, mehr als 20 Jahre nach Bildung des Internets, jetzt endlich erkannt und beschlossen, dass ca. 2 Millionen Euro für die sog. Digitalisierung nötig sind. Im Frühjahr hatte ich selbst die Gelegenheit, am Barcamp Kirche teilzunehmen. Auf solchen Camps treffen sich kirchliche Mitarbeiter, die nicht erst Jahrzehnte auf EKD-Entscheidungen warten wollen, sondern mit ihren Mitteln tun was sie können. Darüber konnte ich selbst mit O-Tönen aus der Evangelischen Akademie Wittenberg berichten.     

Ein thematischer Dauerbrenner ist Krieg und Frieden. Der Nahe Osten wird durch einen der schrecklichsten Kriege erschüttert. Wer da gegen wen kämpft und warum ist inzwischen nur noch sehr schwer zu verstehen. Es gibt durchaus Parallelen zum 30jährigen Krieg. In diesem Jahr gedenken wir dem Friedensschluss vor 370 Jahren. Ich war kürzlich in den Verhandlungsstädten Münster und Osnabrück. Über fünf Jahre haben praktisch alle damaligen europäischen Mächte Kompromisse ausgehandelt, die bis in unsere Zeit Spuren hinterlassen haben und teilweise die politische Landschaft noch heute prägen. Aber es war auch ein historischer Akt in der Beziehung zwischen Christen unterschiedlicher Konfessionen. Katholiken, Protestanten und Reformierte wurden gleichgestellt. Es war der Ausgangspunkt einer langsamen Normalisierung. Auch dieser Themenkomplex war immer wieder Inhalt des ABC-Journals 2018.


Veröffentlicht am 04.12.2018 von Sorge, Jörg