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AUGEN ZU, OHREN AUF!

Das Amnesty Journal lässt sich nicht nur lesen, man kann es auch anhören: Mit dem Mono-Verlag und dem KOM-IN-Netzwerk teilen sich zwei Anbieter die Vertonung.

Auf einer grünen Wiese liegt eine Frau, hörend mit Kopfhörern

Oft genug ist das Amnesty Journal spät dran, wenn es ums Digitale geht: Social Media, Online, mobile Website, App-Entwicklung – es gibt Bereiche, da brauchen wir manchmal einfach länger. Umso schöner, wenn das Journal digital mal etwas macht, lange bevor viele andere darauf kommen. So ist es zum Beispiel bei der Vertonung von Beiträgen aus dem Journal. Denn man kann uns nicht nur lesen, sondern auch anhören. Und zwar schon lange.

Das derzeit omnipräsente Wort Podcast kannte jedenfalls kaum jemand, als sich das Netzwerk KOM-IN bereits in den neunziger Jahren daran machte, Artikel aus dem Journal für Sehbehinderte und Blinde aufzubereiten. »Teilhabe, Inklusion, barrierefreier Zugang zu Informationen, das ist auch heute für Menschen mit Behinderungen noch nicht selbstverständlich«, meint nun, Jahrzehnte später, Jörg Sorge, Vorstand des KOM-IN-Netzwerks.

KOM-IN steht für Kommunikation und Information und stellt Beiträge für blinde Menschen barrierefrei zur Verfügung. Besonders wichtig ist dabei der »Themenbereich Christentum und Gesellschaft«, wie es auf der Webseite heißt. Doch auch das Amnesty Journal wird Ausgabe für Ausgabe vertont. Es erscheint als Blindenhörzeitschrift im sogenannten Daisy-Format, einem digitalen Standard für akustische Hörbücher und Hörzeitschriften für blinde Menschen.

Das KOM-IN-Netzwerk verschickt die Ausgaben auf CD als Blindensendung und bietet registrierten Abonnenten die Vertonung auch online oder als Download an. Auf www.kom-in.de erscheint darüber hinaus jeweils ein Artikel als frei zugänglicher Podcast. Aber es geht dem Netzwerk nicht nur ums passive Zuhören: »›Die Briefe gegen das Vergessen‹ eröffnen blinden Hörern die Möglichkeit, auch selbst aktiv für Menschenrechte einzutreten«, betont Sorge.

Bis in die 1990er Jahre zurück reicht die Erfahrung des Mono-Verlags (www.monoverlag.at/) in Wien nicht, wenn es darum geht, Journal-Artikel gut klingen zu lassen. Doch kooperieren Amnesty International und der Hörbuchverlag schon seit gut sechs Jahren. »Wir haben 2014 damit angefangen, Podcasts für Amnesty International aufzunehmen. So konnten wir verschiedene Sprecherinnen und Sprecher in der Studio situation kennenlernen und gleichzeitig einen kleinen Beitrag leisten«, sagt Till Firit, der den Verlag im Jahr 2008 gegründet hat.

Im zweimonatlichen Rhythmus nimmt der Verlag für das Amnesty Journal jeweils zwei Podcasts auf. Im gedruckten Heft gibt es bei den entsprechenden Texten einen Vermerk: »Diesen Artikel können Sie sich in unserer Tablet-App vorlesen lassen: www.amnesty.de/app«. Aber warum macht sich ein kleiner Hörbuchverlag diese Arbeit? Firits Antwort ist kurz und klar: »Die Themen aus dem Amnesty Journal berühren uns. Die Aufmerksamkeit darauf zu richten, ist auch ein persönliches Anliegen geworden«. Auch klar, aber nicht ganz so kurz sind die vertonten Journal-Beiträge. Hören Sie mal rein!


Veröffentlicht am 15.09.2020 von Maik Söler, Amnesty Journal